«Tendenziöse und Ideologie-basierte Berichte»: Wissenschaftler und Ärzte fordern von ARD und ZDF Rückkehr zu Fakten bei der menschlichen Biologie

01.06.2022
Lesedauer: 3 Minuten
«Die Sendung mit der Maus» hat Generationen von Kindern begleitet: Hier ein Graffiti an einer Hauswand in Köln. Foto: Sascha Steinach / Imago

Eine Gruppe von Wissenschaftlern und Ärzten wendet sich in einem Aufruf gegen eine aus ihrer Sicht Ideologie-basierte Berichterstattung im öffentlichrechtlichen Rundfunk. Insbesondere in Jugendprogrammen würden Beiträge etwa zu sexueller Identität journalistische Standards verletzen.

Transgender-Ideologie in der «Sendung mit der Maus», Videos über Drogensex und Vampir-Fetische: Eine Gruppe von Wissenschaftern und Ärzten hat einen Aufruf gestartet und in einem Beitrag in der «Welt» die Rückkehr zur faktenbasierten Berichterstattung biologischer Sachverhalte im öffentlichrechtlichen Rundfunk (ÖRR) verlangt.

«Wir fordern den ÖRR dazu auf, biologische Tatsachen und wissenschaftliche Erkenntnisse wahrheitsgemässer darzustellen», heisst es in dem Aufruf, dem sich nach Aussage der Autoren bereits 120 Wissenschafter, Mediziner, Psychologen, Pädagogen und Vertreter anderer Professionen aus ganz Deutschland angeschlossen haben. «Wir als Wissenschafter wenden uns entschieden gegen die Vorstellung, dass Frauen und Männer nur soziale Konstrukte oder gefühlte Identitäten sind», heisst es weiter.

50 Seiten mit Beispielen für «tendenziöse» Berichte

Sie kritisieren, dass insbesondere beim Trendthema «trans» weder biologische Tatsachen noch wissenschaftliche Erkenntnisse wahrheitsgemäss dargestellt werden. In einem 50-seitigen Dossier listen die Initiatoren zahlreiche Beispiele von Berichterstattung im ÖRR auf, die sie als «tendenziös» und «Ideologie-basiert» bezeichnen. Insbesondere den zahlreich verwendeten Begriff «Vielgeschlechtlichkeit» kritisieren sie, da er eine Falschaussage darstelle.

In dem Dossier werden vor allem aus den Jugendprogrammen von ARD und ZDF wie «Funk», «Reporter», «Die da oben» und «Y-Kollektiv» zahlreiche Beiträge aufgelistet, die nach Einschätzung der Autoren unreflektiert sind und auch journalistischen Standards nicht genügen. Als Beispiele nennen sie Berichte über Kannibalismus (über 2,5 Millionen Aufrufe), Vampir-Fetische (über eine Million Aufrufe) und «Wie ist es, vergewaltigt zu werden?» (über drei Millionen Aufrufe).

«Funk»-Beitrag habe Männer bei Gruppensex und Drogenkonsum gezeigt

Frei verfügbar war beispielsweise auch ein Beitrag von «Y-Kollektiv», einem YouTube-Kanal von «Funk», über sogenannten Chemsex. Weit über eine halbe Million Aufrufe gab es für diese Reportage, in der ein jugendlicher Reporter schwule Männer dabei filmt, wie sie Gruppensex mit anderen Homosexuellen haben und sich dabei die Droge Crystal Meth anal einführen, wie die Initiatoren des Aufrufs schreiben.

Die Initiatoren wenden sich dagegen, dass in Beiträgen für Kinder und Jugendliche geschlechtsangleichende Operationen als «kinderleichter Schritt» geschildert werden. Die psychischen und körperlich irreversiblen Folgen beim Einsatz von Pubertätsblockern, bei der Gabe gegengeschlechtlicher Hormone und der chirurgischen Entfernung von Penis, Brust und Gebärmutter würden bestenfalls nebenbei erwähnt, schreiben sie.

«Es geht uns also ausdrücklich nicht um die Abschaffung des ÖRR, sondern um dessen Rückkehr zum Sendeauftrag. Schliesslich sind die gebührenfinanzierten Formate in besonderem Masse nicht nur auf die Grundsätze des Pressekodex, die Achtung der Wahrheit und die sorgfältige Recherche verpflichtet», heisst es in dem Aufruf.

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